Seite an Seite gegen Gewalt: In Osnabrück gehen Polizei, Gastwirte und Diskothekenbetreiber jetzt vereint gegen tief fliegende Fäuste vor. Es wurde ein Abkommen geschlossen, nach dem gegen Gewalttäter nun gleichzeitig ein Hausverbot in allen beteiligten Diskotheken und Lokalen verhängt und ein Aufenthaltsverbot für die Gebiete im Umfeld gegen sie ausgesprochen werden kann.
Die Vereinbarung wurde mit einem Kooperationsvertrag in Kraft gesetzt, der von der Polizei sowie 14 Diskobetreibern und Gastwirten unterzeichnet wurde. Er gilt in 18 Betrieben, alle angesagten Tanzschuppen und Szenelokale in Osnabrück sind dabei: Alando Palais, Alpen Max, Arlekino, Countdown, Five Elements, Glanz & Gloria, Grand Hotel, Green Mark, Heimlich, Hyde Park, Kleine Freiheit, Mondflug, Plan B, Rosenhof, Sonderbar, Sonnendeck, Virage, Zeitzone.
Wer künftig Körperverletzungen oder Rohheitsdelikte begeht, kann sich auf einen Streich von allen Clubs verabschieden - bis zu zwölf Monate lang, übrigens. Obendrauf gelten die Aufenthaltsverbote noch für die ganze Altstadt, den Bahnhofsvorplatz und den Bereich am Güterbahnhof, jeweils freitags und samstags sowie an den Tagen vor Feiertagen von 20 bis 8 Uhr. Wer sich nicht an ein solches Verbot hält, kann gleich empfindlich bestraft werden: Das Missachten eines Hausverbots stellt einen Hausfriedensbruch dar, also gleich einen Starfbestand. Und wer ein Aufenthaltsverbot missachtet, kann mit allerlei Zwangsmaßnahmen belegt werden, auch eine Geldstrafe.
Der Maßnahmenkatalog orientiert sich an Vorbildern aus anderen Städten. In Hannover wurden solche Regelungen auch bereits gerichtlich bestätigt. Zielsetzung ist es, eine Reduzierung der Gewaltstraftaten im öffentlichen Raum zu erreichen. Das Sicherheitsgefühl der Bürger und natürlich der Besucher der Lokale soll gestärkt werden. Michael Maßmann, der Leiter der Polizeiinspektion Osnabrück und Lars Wistuba, Chef der Polizei-Arbeitsgruppe Diskogewalt wiesen darauf hin, dass die Anzahl solcher Straftaten in Osnabrück nicht überdurchschnittlich hoch liegt. Gewalt käme vor, wenn viele Menschen zusammenkämen und Alkohol getrunken werde.
Ohne die Gaststättenbetreiber sei das Konzept nicht zu verwirklichen gewesen, lobten die Beamten. Karina Payne vom Rosenhof und Thomas Jankowski vom Mondflug erklärten, dass die beteiligten Gastronomen keine Gewalt in oder vor ihren Lokalen wollten. Die Gäste sollten entspannt und fröhlich feiern können. Jankowski sprach von einer guten Zusammenarbeit unter den Gastronomen und mit der Polizei. Das strenge Einschreiten gegen Gewalt soll auf Plakaten bekannt gemacht werden, die in Osnabrück ausgehängt werden. Eine ganze Serie ist geplant, deren Motive auf die neuen Konsequenzen für Randalierer hinweisen. Das Logo wurde von Viktoria Pawletta und Inga van Hülsen gestaltet.